Schnelligkeit.
Vor kurzem kam nachmittags eine Dokumentation über Sprachkurse für Kleinkinder. Kinder, bei denen das Englisch pauken schon mit zwei Jahren beginnt, als ob Schule nicht schon lange genug wäre. Mein erster Gedanke war, dass ich meinen Kindern das gerne ersparen und ihnen statt dessen Zeit für ihre Entwicklung bewahren würde. Mein zweiter Gedanke war dann aber, dass wenn das alle machen ausser mir, mein Kind später mal Probleme bekommen wird, weil es nicht mitkommt. Das hat mich wieder an die Zwickmühle unserer Zeit erinnert. Das Leben nimmt an Schnelligkeit immer mehr zu und es fällt schwer, sich dem zu verweigern. Eigentlich sollte das Bestreben nach Optimierung dazu führen, dass man mehr Zeit für andere Dinge hat. In den meisten Fällen dient die Optimierung eher dazu, dass man noch mehr arbeiten kann und man am Ende vor lauter Arbeit vergisst zu leben.
Ich denke, dass durch die Beschleunigung viele Dinge nicht mehr beachtet werden. Alles muss Gestern sein. Vergleichbar mit dem Wahrnehmen von Landschaften. Es ist ein riesiger Unterschied, ob man an einer Landschaft vorbei läuft oder mit dem Zug daran vorbei fährt. Für viele Details fehlt die Zeit, um sie überhaupt wahrzunehmen. Düfte, Klänge, Farbnuancen, Materialien, Weite, Formen. Wie viel Zeit braucht man, um sich mit einer Sache wirklich zu beschäftigen? Wie viel Zeit braucht man nach dem Abschluss eines Projektes, um sich darüber zu freuen was man erschaffen hat? Wie viel Zeit braucht man für die Entwicklung und Ausarbeitung einer Idee? Optimieren geht immer, aber was sind die Dinge die man dadurch wirklich verliert? Wird die Wahrnehmung dadurch irgendwann ein von der Geschwindigkeit verzerrtes Bild?

Am 13. Juli 2007 um 17:04 Uhr
hey friend
i agree with your thoughts. we need to slow down and stop. we’re too stuck in acceleration mode. we’re not created to go/do so fast.