12. Juli 2007
Vor kurzem kam nachmittags eine Dokumentation über Sprachkurse für Kleinkinder. Kinder, bei denen das Englisch pauken schon mit zwei Jahren beginnt, als ob Schule nicht schon lange genug wäre. Mein erster Gedanke war, dass ich meinen Kindern das gerne ersparen und ihnen statt dessen Zeit für ihre Entwicklung bewahren würde. Mein zweiter Gedanke war dann aber, dass wenn das alle machen ausser mir, mein Kind später mal Probleme bekommen wird, weil es nicht mitkommt. Das hat mich wieder an die Zwickmühle unserer Zeit erinnert. Das Leben nimmt an Schnelligkeit immer mehr zu und es fällt schwer, sich dem zu verweigern. Eigentlich sollte das Bestreben nach Optimierung dazu führen, dass man mehr Zeit für andere Dinge hat. In den meisten Fällen dient die Optimierung eher dazu, dass man noch mehr arbeiten kann und man am Ende vor lauter Arbeit vergisst zu leben.
Ich denke, dass durch die Beschleunigung viele Dinge nicht mehr beachtet werden. Alles muss Gestern sein. Vergleichbar mit dem Wahrnehmen von Landschaften. Es ist ein riesiger Unterschied, ob man an einer Landschaft vorbei läuft oder mit dem Zug daran vorbei fährt. Für viele Details fehlt die Zeit, um sie überhaupt wahrzunehmen. Düfte, Klänge, Farbnuancen, Materialien, Weite, Formen. Wie viel Zeit braucht man, um sich mit einer Sache wirklich zu beschäftigen? Wie viel Zeit braucht man nach dem Abschluss eines Projektes, um sich darüber zu freuen was man erschaffen hat? Wie viel Zeit braucht man für die Entwicklung und Ausarbeitung einer Idee? Optimieren geht immer, aber was sind die Dinge die man dadurch wirklich verliert? Wird die Wahrnehmung dadurch irgendwann ein von der Geschwindigkeit verzerrtes Bild?

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20. März 2007
*S2*
Affe

Im fernen Osten häufig Symbol der Weisheit. Berühmt wurden die drei Affen, von denen der eine sich die Augen, der andere die Ohren und der dritte sich den Mund zuhält; heute oft populär als ein Sinnbild weisheitsvollen Lebens, besonders des Umganges mit den Menschen. Es steht für nichts sehen, nichts hören und nichts reden. Die drei Affen dienten ursprünglich allerdings als Boten, die den Göttern über die Menschen berichten sollten und daher als eine Art Abwehrzauber stumm, taub und blind dargestellt wurden.
In der christlichen Kunst und Literatur wird der Affe meist negativ gesehen. Er symbolisiert, häufig mit einem Spiegel in der Hand, den durch seine Laster zum Tier herabgesunkenen Menschen, besonders die Todsünden Geiz, Wollust und Eitelkeit. Mit einer Kette gefesselt, stellt er meist den überwundenen Satan dar. Die psychoanalytische Traumdeutung sieht in Ihm häufig ein Symbol der Unverschämtheit und des inneren Aufruhrs.
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20. Februar 2007
Wo mit man sich bei der Logo Gestaltung immer wieder beschäftigen muss ist die Symbolik. Weil ich dieses Thema sehr interessant finde möchte ich eine Serie über das Thema Symbolik starten.
*S1*
Schmetterling

Wegen seiner Leichtigkeit und bunten Schönheit in Japan als Symbol für die Frau bekannt. Zwei Schmetterlinge Symbolisieren das Eheliche Glück.
Die wesentliche Symbol-Bedeutung des Schmetterlings beruht jedoch auf seiner Metamorphose – vom Ei über die Raupe und die der Todesstarre gleichenden Puppe zum strahlend bunten, dem Sonnenlicht zugewandten Flügelinsekt. Er ist daher schon in der Antike ein Symbol für die durch den physischen Tod nicht zu zerstörende Seele (sein griechischer Name ist „psyché”); in späterer Zeit wurde allerdings stärker das Gefällige, flatterhafte Schweifende des Schmetterlings und seine Beziehung zu dem Liebesgott Eros betont.
In der christlichen Symbolik ist der Schmetterling ein Symbol für die Auferstehung und das Unsterbliche. Wegen seiner kurzen Lebensdauer und seiner vergängliche Schönheit auch ein Sinnbild der leeren Eitelkeit und der Nichtigkeit des Seins.
In der psychoanalytischen Traumdeutung begegnet der Schmetterling als Symbol für Befreiung und Neuanfang
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10. Februar 2007
Einfachheit ist mehr geliebt den Komplexität. Als Gestalter mag ich oft die Reduktion auf Kontraste – Schwarz und Weiss, Hell und Dunkel, Scharf und Unscharf. Oft bringt mich aber diese Vorliebe im gemeinen Alltag in Situationen in denen man merkt das Schwarz und Weiss nicht alles ist. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde bei denen man nicht sagen kann das ist Weiss und das ist Schwarz, sondern wo einem klar wird Schwarz enthält Weiss und Weiss enthält Schwarz. Logisch klingt das nicht, aber oft ist´s leichter Leben wenn man Paradoxon Paradoxon sein lässt.

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5. Februar 2007
„gestalten ist Leben gestalten.”
Ein Satz an den ich viele Gedanken verschwende. Viele aktuelle Lebensmodelle über die man sich Gedanken machen muss, z.B. bei Thema Berufsstandpunkt, werden für mich immer fraglicher. Oft genug wird gelebt um zu arbeiten. Der moderne Beruf fordert alles von einem ab. Überstunden gehören fest zur Arbeit, Wochenenden auch schon fast. Die Macht des Kapitals macht fast alles möglich. Das Level wird immer höher und die gestalterischen Ergebnisse werden immer unglaublicher. Wenn man nur die Ergebnisse betrachtet ist das eine positive Entwicklung. Was dahinter aber nur all zu oft verschwindet ist der Mensch an sich, die Arbeitskraft. Oft wird Freundschaft, Familie und persönliche Zeiten der Entspannung und Ruhe, dem zwang Fuß zu fassen, geopfert. Ich frage mich immer mehr ob nicht ein ganzheitliches Leben in dem alle Facetten vorhanden sind, zu wesentlich besseren Ergebnissen führt. Und langfristig weniger Opfer fordert. Ob nicht das richtige Verhältnis von Leben und Arbeit, ein langfristig viel ertragreicheres Gut ist?


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